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Wie unser Einfamilienhaus entsteht. Eine Reportage von Tanja und Peter.




Nach alter Tradition luden wir bei Dachgleiche zum Richtfest!

Eigentlich wäre die Dachgleiche schon am Dienstag erreicht gewesen, jedoch hatten die Zimmerer sehr viel Zeit benötigt den Dachstuhl einzurichten und konnten dadurch ihre Arbeit an diesem Tag nicht fertigstellen. Aufgrund von großen Differenzen in der Höhe der Kniestockwände mußte Stellenweise bis zu 3cm Unterlagsmaterial unter die Mauerbank gelegt werden. Das Positive daran ist, dass es sich dadurch gut ergeben hat, die für Freitag, 16. Juli 2004, 17:00h angesetzte Gleichenfeier am Tag der echten Dachgleiche feiern zu können. Übrigens fand das Fest genau ein Jahr nachdem wir unser Grundstück erworben haben statt.

Geladen waren selbstverständlich die Zimmersleut´, der Herr Baumeister Leitzinger und seine Arbeiter, die allerdings leider nicht zum Richtfest kamen, der Elektrikermeister und Bürgermeister von Mauerbach Herr Jelinek, unsere Verwandtschaft und alle unsere Nachbarn. Frau Scheiblehner vom Bauamt war leider durch Krankeit verhindert und unser Bürgermeister von Tulbing, Herr DI Eckerl auf Auslandsreise, sodasswir sie leider nicht zu unserer Feier einladen konnten.

Den Richtbaum brachte uns Herr Raab. Nachdem wir den Baum mit rotem und weißem Kreppapier geschmückt und mit kleinen Geschenken für die Zimmersleut´(Rubbellose, Zimmermannsbleistifte und Maßstäbe) behängt haben, wurde er durch die Zimmermannsgesellen an die Dachspitze genagelt und von einem jungen Zimmermannsgesellen das erste mal ein Haussegen ausgesprochen:

"Mit Gunst und Verlaub!

Die Feierstunde hat geschlagen, es ruhet die geübte Hand. Nach harten, arbeitsreichen Tagen grüßt stolz der Richtbaum nun ins Land.

Und stolz und froh ist jeder heute, der tüchtig mit am Werk gebaut.Es waren wack´re Handwerksleute, die fest auf ihre Kunst vertraut.

Drum wünsche ich, so gut ich´s kann, so kräftig wie ein Zimmermann, mit stolz empor gehobnem Blick dem neuen Hause recht viel Glück.

Wir bitten Gott, der in Gefahren uns allezeit so treu bewahrt, er mög´ das Bauwerk hier bewahren vor Not und Schaden aller Art.

Nun nehm´ ich froh das Glas zur Hand, gefüllt mit Wein bis an den Rand, und mit feurigen Saft der Reben will jedermann die Ehr´ich geben, wie sich´s nach alten Brauch gebührt, wenn so ein Bau ist ausgeführt.

Das erste Glas der Bauherrschaft: Hoch soll sie leben, hoch, hoch, hoch!

Nun brauchte man zu allen Zeiten nicht nur den Kopf, nein auch die Hand. drum noch ein Hoch den Zimmerleuten, durch deren Kraft der Bau erstand. Hoch sollen sie leben, hoch, hoch, hoch!

Nun ist das Glas wohl ausgeleert und weiter für mich nichts mehr wert, drum werf´ ich es zu Boden nieder - zerschmettert braucht es keiner wieder; doch Scherben bedeuten Glück und Segen der Bauherrschaft auf allen Wegen!"

Nun mußte Peter, der Bauherr noch den letzten Nagel, sehr zur Belustigung der Zimmersleut´, die ihm natürlich dafür einen sehr leichten Hammer brachten, einschlagen, um das Werk endgültig fertigzustellen.

Anschließend holte der Zimmerermeister noch die Geschenke für die Zimmersleut´ vom Richtbaum und nun stand einer langen, geselligen und schönen Feier nichts mehr im Wege.

Selbstverständlich wollen wir uns an dieser Stelle bei den Handwerkern nocheinmal für die gute Arbeit auf unserer Baustelle und bei unserer Verwandtschaft und bei unseren schon als Freunde gewonnenen neuen Nachbarn herzlich für Euer Kommen und die lieben Geschenke bedanken.

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